Mit talentierten Querdenkern die Digitalisierung voranbringen

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FAKTOR MENSCH – AGIL, DIGITAL & SOZIAL?, 13.11.2018, Wolke 21

Rund 100 Gäste waren am gemeinsamen Netzwerk-Abend mit Nagarro und Tricentis in der Wolke 21 in Wien. Die hochkarätigen Beiträge des Abends widmete Specialisterne dem Erfolgsfaktor Mensch, und stellte dabei die Frage, ob dieser tatsächlich agil, digital und sozial zugleich sein müsse.

Wien, am 15. November 2018. Specialisterne identifiziert und fördert die Talente von Menschen mit Autismus, um ihre Stärken für Unternehmen zum Einsatz zu bringen. Gemeinsam mit den Software-Unternehmen Nagarro und Tricentis, die sich über gemeinsame Projekte als Unterstützer und Wegbegleiter einbringen, lud Specialisterne diese Woche in die Wolke 21 in Wien. Zu den Highlights des Abends zählten ein Auftritt des Kabarettisten und Gehirnakrobaten Günther Paal alias Gunkl, eine Einladung zum Perspektivenwechsel gemeinsam mit dem Paläobiologen und Querdenker Johannes Klietmann, sowie inspirierende Impulsvorträge der Kooperationspartner IBM, Paysafe, PWC, Business Circle und Shire. Die zahlreichen Einblicke machten Mut, Querdenker mit Asperger-Syndrom verstärkt in der Wirtschaft zum Einsatz zu bringen.

„Wir arbeiten sehr eng mit allen Kooperationspartnern und Kunden zusammen, die auf die Stärken unserer Experten setzen“, erklärt Bettina Hillebrand, Geschäftsleiterin von Specialisterne. „Unser Angebot reicht von der richtigen Auswahl der Kandidaten, über das Ermöglichen von Zusatzqualifikationen vor ihrem Einsatz bis hin zur Begleitung der Teams, die dann mit ihnen zusammenarbeiten.“

So schließen aktuell wieder neun Personen mit einer Spezialausbildung im Bereich des IT-Software-Testing bei Specialisterne ab. Interessierte Unternehmer, die bisher vergeblich nach Test-Experten suchen, können sich, laut Hillebrand, ab sofort melden. Das absolvierte Trainingsprogramm „TestingPro“ wurde gemeinsam mit den führenden Software-Unternehmen Nagarro und Tricentis entwickelt und realisiert.

Menschen mit Asperger-Syndrom können rascher und präziser relevante Daten aus einem unstrukturierten Datenpool herausfiltern. Auch in anderen Arbeitsbereichen, wie beispielsweise dem Qualitätsmanagement, können sie Fehler finden, die Anderen entgehen. „Es tut weh, wenn diese besonderen Potenziale ungenutzt bleiben“, begründet Wolfgang Platz, Gründer und CSO von Tricentis, das Engagement seines Unternehmens für Menschen mit Autismus. Auch Hannes Färberböck, Managing Director von Nagarro bestätigt, dass der österreichische Bewerbermarkt in der IT leergefegt ist. Die Aktivierung dieses verborgenen Talentepools stelle eine klare Win-Win Situation dar.

Für einen erfolgsbringenden Einsatz der Experten braucht es eine Arbeitsumgebung, die ihnen strukturierte Abläufe ermöglichen. Auch die Bereitschaft der neuen Arbeitgeber, die Kommunikation im Team ein Stück weit neu aufzustellen, ist wesentlich. Denn die Asperger-Diagnose erleichtert zwar besondere Detailarbeit auch bei routinierten Abläufen, doch das Bedürfnis nach Small Talk fällt weg.

Das brachte auch der erst kürzlich prämierte Kabarettist Günther Paal alias Gunkl gleich zu Beginn des Netzwerk-Abends mit viel Humor auf den Punkt. Sein kurzweiliges Wortspiel führte das Publikum gekonnt in die – nicht so komplizierte – Welt der Autisten: Klar strukturierte Fakten sind „super“, Emotionen hingegen eher kompliziert. Er weiß wovon er spricht, denn er bezeichnet sich selbst als „Asperger“.

Um auch die letzten Bedenken abzubauen, referierte der geborene Querdenker mit Autismus, Johannes Klietmann anschließend über das Lockern der Innovationsbremse Angst. Dabei zeigte er sehr einfache Wege auf, wie Unternehmen mit der ganz natürlichen Neophobie, der Angst vor Neuem, umgehen können.

Specialisterne ermöglicht aber nicht nur die perfekte Besetzung offener Stellen in der IT, dem Qualitätsmanagement oder anderen Bereichen, in welchen die besonderen Stärken ihrer Experten einen klaren Mehrwert darstellen. Die Kandidaten regen mit ihrem anderen, erfrischenden Zugang auch einen Perspektivenwechsel im gesamten Team an, und das wiederum kann eine leistungsstarke sowie innovationsfördernde Unternehmenskultur stärken.

Dies bestätigten auch die Beiträge der vortragenden Kooperationspartner, vertreten durch Rassa Sayedi (GBS & Industrial Sector Leader Austria, IBM), Karl-Heinz Hofbauer (Plantmanager, Shire Wien), Romy Faisst (Gründerin & CEO, Business Circle), Katharina Hofstadler (Consultant, People & Organisation, PWC) und Astrid Lassner (Head of Human Resources DACH, Paysafe Group). Jedes dieser Unternehmen beschäftigt aktuell eine oder mehrere AutistInnen über Specialisterne. Sie sehen darin kein besonderes soziales Engagement. Vielmehr sei es eine wirtschaftliche Notwendigkeit, für die unterschiedlichen Aufgabenstellungen in ihrem Betrieb die jeweils passendsten Talente zum Einsatz zu bringen. Die Zeit des klassischen Job Profiling, in der eine einzige Person alles abdecken müsse – von agil, über digital bis hin zu sozial – neige sich demnach ihrem Ende zu.   

Markus Kalbhenn, markus.kalbhenn@specialisterne.at, Tel: 0664 23 12 8 12

Fotos: Walter Kvapil

Bildquellen: Specialisterne, http://www.gunkl.at/pressefotos.html 

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