Spannende Erfahrungen aus der Ära der Digitalisierung

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Am 16. November 2017 luden Specialisterne und T-Mobile ein, um über die besonderen Talente von Menschen mit Asperger Syndrom zu diskutieren – und wie diese Talente im Kontext der Digitalisierung genutzt werden können.

 

 

Moderatorin Mag. Elisabeth Krön erklärte, dass diese jährlichen Veranstaltungen Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich intensiv auszutauschen. Dabei werden Vorurteile und Ängste abgebaut und die Talente von KollegInnen mit Autismus erkannt. Das schafft eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. In Österreich finden sich ca. 80.000 Menschen mit Autismus, davon ca. jeder Dritte mit Asperger Syndrom. Es ist von normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz und normaler kognitiver Entwicklung im Kindesalter gekennzeichnet.

Specialisterne ist seit sechs Jahren in Österreich erfolgreich tätig und hat viele Mitarbeiter vermittelt, z.B. zu Shire, paysafecard, ANECON, IBM, suxxesso, AIT (Austrian Institute of Technology). T-Mobile beschäftigt mittlerweile fünf Personen, die von Specialisterne vermittelt wurden, in verschiedensten Einsatzbereichen. CTO Rüdiger Köster, sieht Chancen in der Zusammenarbeit mit Menschen, deren größte Stärken Genauigkeit und Null-Fehler-Toleranz sind.

Beiträge von begeisterten Unternehmen zu den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung

Bei einem Impulsvortrag stellte CTO  Rüdiger Köster T-Mobiles interaktive, selbst lernende Kommunikationsassistentin Tinka vor, die zum Dreh- und Angelpunkt in der Kundenkommunikation werden soll.

Gerhard Zakrajsek,  CHRO von IBM Austria, erklärte, dass die Mitarbeiter mit Asperger Syndrom im Bereich der Software Entwicklung und des Software Testens oft viel effizienter und leistungsfähiger sind als nicht Betroffene – und diese Begabungen muss man stärken und ausbauen.

Renate Weichselbraun, Leitung Testing-Services ANECON, berichtete, dass Menschen mit Autismus Talente mitbringen, die im IT-Bereich dringend benötigt werden. Im Zusammenbringen dieser Talente mit Firmen liegt die Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Bei ANECON sind Mitarbeiter mit Autismus im Bereich Testautomatisierung beschäftigt.

Michael Unger, Geschäftsführer von suxxesso, sieht die Stärken der Mitarbeiter mit Autismus in Genauigkeit, Verlässlichkeit und Arbeitseinsatz. “Gute und verlässliche Mitarbeiter sind schwierig zu bekommen und auch zu halten. Umso mehr arbeiten wir gerne mit Menschen mit Autismus zusammen.”

Michael Pichler, HR Person of the Year 2016, berichtete, dass die Karten am Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung neu gemischt werden. Das Recruiting wird ein intensiver, interaktiver Kommunikationsprezess, der Beziehungsangebote offerieren wird müssen. Menschen mit Autismus besitzen besonders ausgeprägte und sehr begehrte Fähigkeiten. Wenn sich das Unternehmen den zusätzlichen Herausforderungen, die Menschen mit Autismus zu bewältigen haben, ein wenig anpasst, sind diese Talente langfristig gut nutz- und entwickelbar.

Johannes Klietmann, Innovations-Spezialist mit Asperger Syndrom, erklärt die Vorteile: “Menschen mit Autismus sehen die Welt anders – detailgenau und eher auf Tatsachen als auf Beziehungen konzentriert. Gerade in der Digitalisierung kann diese Denkweise sehr nützlich sein. Andererseits bringt sie auch Bedürfnisse mit sich, etwa klare Strukturen und Kommunikation sowie ein stabiles Arbeitsumfeld.”

Talente und Stresstest für das Recruiting

Logisch-analytisches Denken, hohe Präzision oder Spezialinteressen in den MINT-Fächern (Mathematik, IT, Naturwissenschaften und Technik) zeichnen viele BewerberInnen bei Specialisterne aus. Übliche Bewerbungsprozesse sind jedoch unüberwindbare Hürden für diese tendenziell introvertierten und faktenorientierten Menschen, die Eigenwerbung und Selbstdarstellung eher vermeiden möchten. Herkömmliche Lebenslauf-Schablonen und Stellenbeschreibungen erfassen die Potentiale von unkonventionellen KandidatInnen nicht ausreichend, sodass sie meist noch in der ersten Runde ausgefiltert werden.

Gerade in Mangelberufen können sich Unternehmen starre Zugänge aber immer weniger leisten. “Specialisterne ist die Formel 1 des Tech-Recruitings: wir arbeiten mit einer außergewöhnlichen Zielgruppe unter besonderen Bedingungen, aber viele unserer Methoden können beispielgebend für das Recruiting in IT und Technik sein”, sagt Elisabeth Krön.

Durch die Vielzahl von Recruiting-Kanälen entsteht ein extrem hoher Aufwand, der gerade für kleinere und mittelgroße Unternehmen problematisch ist, erklärt Renate Weichselbraun. Gerhard Zakrajsek fügt hinzu, dass sich die Arbeitsweise eines Recruiters grundsätzlich geändert hat, da Mitarbeiter über soziale Medien gefunden werden und sehr früh eine Verbindung aufgebaut wird, etwa über Alumni Netzwerke. Renate Weichselbraun ergänzt, dass die Digitalisierung die Geschwindigkeit erhöht hat – Bewerbungen werden immer kürzer formuliert, weil nicht mehr viel Zeit investiert wird.

“Skills are the currency of the future”, beschreibt Gerhard Zakrajsek. Bei Menschen mit Autismus sieht er die Stärken in der hohen Konzentrationsfähigkeit und dem unbedingten Willen, eine Lösung für ein Problem zu finden. “Sie geben nicht auf, bis die Lösung da ist.”

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