Specialisterne zum Welt-Autismus-Tag am 2. April 2016

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Unternehmen vernachlässigen (oft) das Potential von Menschen mit Autismus

Aktuelle Fotos und Text als Download: http://pressecenter.reichlundpartner.com/News.aspx?menueid=7732

Wien, 4. März 2016 – „Das große Potential von Menschen mit Autismus geht Österreich verloren“, so das Urteil von Elisabeth Krön, Geschäftsleiterin Specialisterne Österreich anlässlich des heutigen Hintergrundgesprächs zum Welt-Autismus-Tag am 2. April“. Ziel von Specialisterne* weltweit ist es 1 Million Arbeitsplätze für Menschen aus dem Autismus Spektrum zu schaffen.

In Österreich finden sich ca. 80.000 Menschen mit Autismus, davon hat rund jeder Dritte das Asperger-Syndrom. Das Syndrom ist von normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz sowie normaler kognitiver Entwicklung im Kindesalter gekennzeichnet. Diese Gruppe besitzt oft spezielle Talente, die von Unternehmen gesucht sind. „Gerade in der IT und der Qualitätssicherung sind großes analytisches Denkvermögen, die Fähigkeit zur Erkennung von Mustern und besondere Genauigkeit sehr wichtig“, ergänzt Elisabeth Krön. „dennoch sind rund 80% dieser Gruppe arbeitslos.“

Keine barrierefreie Ausbildung in Österreich
Als Hauptgrund für diese hohe Arbeitslosigkeit ortet Krön, dass es für begabte Jugendliche und junge Erwachsen mit Autismus keine barrierefreien Ausbildungsbildungsoptionen in Österreich gibt: „Das dänische Modell zeigt, dass z.B. autismus-gerechte IT-Ausbildung ab dem sechzehnten Lebensjahr für die Zielgruppe perfekt geeignet ist.“ Das Youth Education Programme in Dänemark richtet sich an junge Menschen mit Autismus zwischen 16 und 25 Jahren. Über drei Jahre werden den SchülerInnen neben Inhalten aus IT und Naturwissenschaft auch Sozialkompetenzen und Vorbereitung auf den Berufsalltag vermittelt. Mehr unter http://dk.specialisterne.com/en/services/education/.

Barrieren für Menschen mit Autismus
„Nur wenige KandidatInnen für eine Jobvermittlung bei Specialisterne haben eine abgeschlossene höhere Ausbildung oder Berufsausbildung, obwohl 57% der MitarbeiterInnen von Specialisterne ein Studium zumindest begonnen haben“, erläutert Krön. „Barrieren für ein Studium sind für Menschen mit Autismus überfüllte Hörsäle, Gruppenarbeiten und die selbständige Einteilung eines Stundenplanes. Besondere Betreuung wäre bei Bachelor- und Diplomarbeiten notwendig wie es z.B. die FH Technikum Wien bereits anbietet, da es für Menschen mit Autismus schwierig sein kann den richtigen Detailgrad zu bestimmen.“

In vielen Fällen kann mit relativ geringem Aufwand für Menschen mit autistischer Wahrnehmung erstaunlich viel erreicht werden (z.B. durch Verringerung sensorischer Reize wie Lärm, kurzes Vorbereiten auf neue Situationen, Festlegen eines Ansprechpartners oder ganz einfach Verständnis und ein wenig Geduld für die individuellen Bedürfnisse).

Buddy-System auf Universitäten
„Ein Buddy-System zur Begleitung administrativer Abläufe wäre speziell an den Universitäten sehr wünschenswert“, analysiert Krön. Bestehende Maßnahmen an Universitäten für Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung wie z.B. die Möglichkeit längerer Prüfungszeiten, sind bei der Zielgruppe bisher wenig bekannt. Lehrstellen verlaufen oft nach einem Rotationsprinzip in dem man verschiedene Abteilungen durchlaufen muss, was Menschen mit autistischer Wahrnehmung, die eher nach Stabilität streben, nicht entgegen kommt.

Software Tester
Aktuell läuft ein Kurs von Specialisterne Austria gemeinsam mit ANECON Software Design und Beratung GmbH, den das AMS finanziell unterstützt. Darin wird eine Gruppe junger Talente zu Software-Testern ausgebildet, die im Anschluss vom Unternehmenspartner in Projekte eingebunden werden.

Oftmals Expertinnen
„Menschen mit Autismus besitzen eine herausragende Fähigkeit, Details wahrzunehmen und sich auch zu merken“, erläutert Katharina Pachernegg, klinische Psychologin für Specialisterne. „Viele haben einen außergewöhnlichen Blick für Details und haben oft ein sehr gutes Zahlengefühl. Sie sind ExpertInnen, die sich wenn möglich auf ein Thema konzentrieren und Small-Talk keinen Wert beimessen. Selbstpräsentation und soziale Interaktion bereiten ihnen Schwierigkeiten, was schon das Bewerbungsgespräch zu einer großen Hürde werden lässt.“ 80% der Menschen mit Autismus, die arbeitsfähig sind, haben keinen Job.

Aufwand macht sich für Firmen bezahlt
„Menschen mit einer autistischen Wahrnehmung eignen sich oft in einem oder mehreren Gebieten (wie z.B. in bestimmten Programmiersprachen) ein ungewöhnlich detailliertes und ausgeprägtes Wissen an. Menschen mit Autismus besitzen eine herausragende Fähigkeit, Details wahrzunehmen und sich diese auch zu merken“, erklärt Pachernegg. In vielen Fällen kann mit relativ geringem Aufwand für Menschen mit autistischer Wahrnehmung erstaunlich viel erreicht werden: Für Firmen macht sich dieser Aufwand mehr als bezahlt, sie gewinnen so loyale, zuverlässige, genaue Mitarbeiter, die auf ihrem Gebiet aufgrund ihrer speziellen Wahrnehmung und Interessen ganz erstaunliche Leistungen erbringen können.

Normale bis überdurchschnittliche Intelligenz
Laut einem Bericht des Center for Disease Control and Prevention aus dem Jahr 2014 in den USA haben 46% der Kinder im Alter von 8 Jahren mit einer Autismus Diagnose normale oder überdurchschnittliche Intelligenz.
Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass die sozioökonomischen Kosten für einen Erwachsenen mit Autismus ohne intellektuelle Einschränkung in Großbritannien 1,2 Millionen Euro betragen. Der größte Anteil sind betreutes Wohnen bzw. Wohnbeihilfen sowie die Produktivitätseinbußen aufgrund von Arbeitslosigkeit. Es gibt wenige aktuelle Studien zu Autismus im Erwachsenenalter, auch österreichische Daten fehlen.

Besonderheiten von Menschen mit Autismus
Menschen mit Asperger-Syndrom haben generell Probleme in der sozialen Interaktion und Kommunikation, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. So kommt es häufig vor, dass Betroffene ungeschriebene Gesetze des Zusammenlebens nicht verstehen oder richtig anwenden können, es kommt immer wieder zu Missverständnissen im zwischenmenschlichen Bereich, Ironie wird nicht verstanden. Manchen Betroffenen fällt es z.B. schwer, anderen in die Augen zu sehen, was dann fälschlicherweise als unhöfliches Verhalten interpretiert wird. Für andere ist es schwierig abzuschätzen, ob der Gesprächspartner noch am Thema interessiert ist, oder sich bereits langweilt. Einer der Gründe dafür ist, dass Mimik und Gestik des Gegenübers oft nicht ausreichend wahrgenommen und interpretiert werden können. Eine weitere Gruppe von Symptomen sind die restriktiven stereotypen Verhaltensweisen: den Betroffenen fällt es manchmal schwer, von Routinen abzuweichen, sie profitieren von klaren Vorgaben und Vorbereitung auf neue oder veränderte Situationen. Ein anderer Aspekt dieser „Symptomgruppe“ sind aber die sogenannten Spezialinteressen. Menschen mit autistischer Wahrnehmung eignen sich oft in einem oder mehreren Gebieten (wie z.B. in Naturwissenschaften) ein ungewöhnlich detailliertes und ausgeprägtes Wissen an.

Die Wahrnehmung bei Menschen im Autismusspektrum scheint in vielen Fällen eher detailfokussiert zu sein. Dabei scheint es sich um einen kognitiven Stil bzw. eine natürliche Präferenz in der Verarbeitung von Sinneseindrücken zu handeln. Dieser Wahrnehmungsstil hat zur Folge, dass Menschen mit Asperger-Syndrom bei gleichbleibenden Aufgaben, die hohe Genauigkeit erfordern (wie z.B. Fehlersuche) weniger schnell ermüden als andere. Menschen mit Autismus besitzen eine herausragende Fähigkeit, Details wahrzunehmen und sich auch zu merken. Die Betroffenen neigen zu einem „systematisierenden“ kognitiven Verarbeitungsstil, aufgrund dem sie automatisch dazu neigen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten in Systemen zu erkennen und zu analysieren.

Statements der Gesprächsteilnehmer:

Statement Andres Bierwirth, CEO T-Mobile Austria
„Vielfalt ist für T-Mobile wichtig, weil die Vielfalt aus Begabungen, Interessen, Erfahrungen und Lebensentwürfen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kompetenz und Qualität unseres Unternehmens steigert. Mit Specialisterne haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der uns die Chance eröffnet, mit Menschen zusammenzuarbeiten, deren größte Stärke die Genauigkeit und Null-Fehler-Toleranz ist. Unser Ziel ist es, ein kleines Team von Expertinnen und Experten in unserer IT aufzubauen, die Daten- und Prozessanalysen als Vorbereitung für unsere IT-Projekte durchführen.“

Statement Alexandra Martinu, Datenspezialistin bei T-Mobile Austria mit Asperger Syndrom
„Ich bin gut mit komplexen Strukturen, Systemen und großen Datenmengen, egal ob Waren- und Transportströme in der Logistik oder Gesprächsdaten und umfangreiches Tarifportfolio wie in meinem jetzigen Job. Je mehr Details und Wechselwirkung es gibt, desto besser. Dafür bin ich weniger gut mit Menschen und insbesondere mit neuen Kontakten. Specialisterne öffnet da Türen.
Ich hätte da zwei Bilder zum verdeutlichen: Am Beispiel Excel: Was in den Zellen steht, ist greifbar, kann ich ver- und bearbeiten. Was dazwischen steht – nicht. Das kann aber Specialisterne. Oder am Beispiel eines Spinnennetzes: Entlang der Fäden von Knoten zu Knoten ist meins. Alles dazwischen – nicht so. Specialisterne verknüpft mein Netz mit anderen, neuen Netzen. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Statement Hannes Färberböck, Geschäftsführer und Eigentümer ANECON
ANECON sieht ein hohes Potential in der Ausbildung und im Projekteinsatz von jungen Erwachsenen mit autistischer Wahrnehmung. Sie zeichnen Inselbegabungen wie analytisches Denken, ein Blick für Details, Mustererkennung und Genauigkeit aus – Fähigkeiten, die im Software-Test gefragt sind.
Ziel der Kooperation mit Specialisterne ist für ANECON, sowohl die Qualifikation von ausgewählten Spezialisten mit Autismus im Software-Test, als auch in weiterer Folge gemeinsam in Kundenprojekte zu gehen. Im Rahmen einer fünf-wöchigen Ausbildung werden die jungen Talente auf die Praxisanforderungen vorbereitet. Diese umfasst die Heranführung an die ISTQB®-Tester-Zertifizierung, wobei die bewährte Trainingsmethode speziell um praktische Übungen erweitert wird.

DI Hannes Färberböck, Geschäftsführer und Eigentümer ANECON, ist vom Erfolg der Kooperation überzeugt: „Es ist eine Win-Win-Win-Situation für alle Partner: So erhöht die fundierte Ausbildung für Spezialisten von Specialisterne die Chancen am Arbeitsmarkt. ANECON, als innovatives Softwarehouse mit gelebter sozialer Verantwortung, erweitert sein Angebotsspektrum und projektgebende Unternehmen profitieren vom gezielten Einsatz besonderer Talente, unter professioneller Führung und Steuerung von ANECON-Testexperten. Wir freuen uns auf die Kontaktaufnahme von Unternehmen, die diese Initiative unterstützen und gleichzeitig die Vorteile aus der Zusammenarbeit ziehen möchten.“

Statement Amadé Modos, Lektor bei Lexis Nexis mit Asperger-Syndrom
„Ich war jahrelang arbeitslos und hatte stets das Gefühl, am Arbeitsmarkt nirgends erwünscht zu sein, bis ich schließlich Ende 2012 meine Diagnose erhielt: Asperger-Syndrom. Sofort nahm ich den Kontakt mit Specialisterne auf, wo man mir Schritt für Schritt Arbeitsplätze vermittelte. Seit Mai 2014 bin ich bei LexisNexis angestellt, einem Verlag für juristische Bücher. Ich führe dort unter Anderem Lektoratstätigkeiten durch, wobei es um einen Abgleich der gedruckten und elektronischen Versionen geht. Insgesamt handelt es sich um Routinetätigkeiten wo also ein festes, unveränderliches Schema eingehalten werden muss, sodass ich stets weiß, was zu tun ist. Genau das ist autistenfreundlich, ich kann mich auf immer wiederkehrende Muster verlassen. Man nimmt Rücksicht auf mich und auf die Tatsache, dass ich mit großer Ausdauer monotone Arbeiten durchführen kann. Im Gegensatz zu früheren Arbeitsplätzen kann ist es mir bei LexisNexis gestattet, mich nur auf ganz wenige, konkret definierte Arbeitsbereiche zu konzentrieren, ohne dass mir Scheuklappenmentalität vorgeworfen wird“ Video

Weitere Statements von Unternehmenspartnern

Roland Schaar, CIO Paysafe
„Wir haben einen Junior Entwickler und einen Tester über Specialisterne beschäftigt. Sie stellen Fragen, an die noch keiner gedacht hat, so kommen wir auf innovative neue Lösungen. Die Vielfalt ist für uns alle ein großes Plus und eine Bereicherung im Team. Ich kann nur sagen: unbedingt probieren.“

Helmut Leopold, Head of Digital Safety & Security Department am AIT
„Durch die beispielhafte Initiative von Specialisterne haben wir einen jungen Menschen kennengelernt, welcher sehr rasch ein fixer Bestandteil eines Softwareentwicklungsteams geworden ist und das Team in dem Bewusstsein verstärkt, dass Höchstleistungen für das Unternehmen schlussendlich nur durch ein Miteinander der unterschiedlichen Stärken der Teammitglieder entsteht.“

Anton Leitner, CIO bei NÖM, der Niederösterreichischen Molkerei AG
„Unser Problem war der Bereich der Produktions-IT, wo wir ein Steuerungsprogramm von Windows98 Technologie auf ein modernes Windows basiertes System umstellen. Da müssen 10-15 stellige Zahlen- und Buchstaben-Codes manuell übertragen werden, weil da die gesamte Steuerlogik drin ist. Wenn ich das mache, bin ich nach einer halben Stunde müde und hab dazu 5 Fehler gemacht. Sebastian konnte das auf Anhieb fehlerfrei. Alle waren total begeistert und haben gesagt: Das ist ja paradiesisch, der kann genau das, was wir nicht können. Er bringt eine tolle Leistung, aber dass man auch immaterielle Werte bekommt, das ist für mich mindestens gleichzusetzen. Unser Team wurde nachhaltig gestärkt. Das ist die Message, die ich transportieren will: Es kommt wahnsinnig viel zurück, viel mehr als ich erwartet habe.“

Mag. Tatjana Oppitz, Generaldirektorin IBM Österreich
“Bei IBM Österreich beschäftigen wir aktuell einen Studenten mit Autismus im Rahmen eines Praktikums im Software-Services-Bereich für die Entwicklung industriespezifischer Lösungen. Wir sind begeistert von dem großen Engagement und Interesse des Studenten sowie der Integration in das bestehende Team, das durch das neue Teammitglied ebenfalls neue Impulse erfahren hat. Als Arbeitgeber sind wir stolz, für Chancengleichheit zu stehen und durch Kooperationen wie mit Specialisterne ein offenes und tolerantes Arbeitsklima zu fördern.”

Klaus Leven, Leiter Marketing&Vertrieb der ÖBB-Personenverkehr AG.
Seit Oktober 2015 haben wir zwei Personen mit Autismus im Einsatz, die uns bei der Qualitätssicherung im Zuge der Entwicklung unseres neuen Vertriebssystems unterstützen. Ihre besondere Stärke ist es, Fehler bei Daten und Benutzeroberflächen zu erkennen. Ihre Genauigkeit bei der Eingabe von komplexen Daten ist ein großer Gewinn für das ÖBB Projektteam. Künftig sehen wir für die beiden Kollegen mögliche Aufgabenfelder im systematischen Testen unserer Plattformen”

Armin Holzner, Leiter R&D bei Semperit AG
„Semperit möchte als sozial engagiertes Unternehmen jemandem mit einem Asperger Syndrom eine Chance geben. Daher haben wir nach Möglichkeiten gesucht und uns entschlossen, eine Position in der Materialentwicklung für elastomere Werkstoffe einem entsprechenden Kandidaten anzubieten. Specialisterne stellte den Kontakt zu einem potentiellen Kandidaten her. Das Onboarding hat im November stattgefunden, die Integration in die Gruppe und die Einschulung in die Elastomertechnologie erfolgen derzeit.“
Semperit AG beschäftigt über Specialisterne einen promovierten Chemiker mit Asperger Syndrom.“

Barbara Baumgartner, Head of Group Human Resources, Hypo NOE Gruppe
„Mitarbeiterinnen von Specialisterne ermöglichen uns ein gegenseitiges Lernen und Akzeptieren des etwas „Anderssein“. Diese Horizonterweiterung schätzen wir sehr.“ Das Unternehmen beschäftigt eine Mitarbeiterin in der Lohnverrechnung. VIDEOVideo

Daniele Bliem-Ritz, Abteilungsleiterin Governance & Architektur, IT-Services der Sozialversicherung GmbH
„Nach monatelanger Suche haben wir mit Gregor einen Glückstreffer für unser Projekt erzielt. Er arbeitet sehr zuverlässig und absolut konzentriert. Seine kreativen Ideen konnten wir gut umsetzen und in unser Projekt einbauen.“
ITSV beschäftigt 2 Programmierer mit autistischer Wahrnehmung.“

Sofie Quidenus, CEO Qidenus Technologies GmbH
“Wir haben Specialisterne beauftragt, weil die Mitarbeiter mit Autismus die Arbeit mit großer Genauigkeit machen und trotz der relativ gleichförmigen Tätigkeit nicht fehleranfällig werden, sondern im Gegenteil voll Begeisterung arbeiten“. Specialisterne beschäftigt in Kooperation mit der österreichischen Firma Qidenus aktuell neun MitarbeiterInnen mit Autismus in einem Projekt zur Digitalisierung und Transkription von alten Kirchenbüchern. Im Büro von Specialisterne haben sich die MitarbeiterInnen selbst das Lesen der alten Handschriften in Kurrent angelernt. Ziel ist es, Sterbe- Trauungs-und Geburtenbücher aus den vergangenen Jahrhunderten wörtlich zu übertragen um die Inhalte für spätere Generationen oder die Ahnenforschung zu bewahren. Zuerst werden viele tausend Seiten manuell transkribiert um in weiterer Folge eine Software „anzulernen“, die einen Großteil der Inhalte künftig automatisch erkennen kann. Dennoch werden die ExpertInnen mit Autismus weiterhin benötigt um zu kontrollieren und unerkannte Stellen selbst zu übersetzen.
Das beauftragende Unternehmen Qidenus hat seit einem Jahrzehnt Erfahrung im Digitalisieren von historischen Büchern. Die SpezialistInnen wurden beauftragt, weil sie die Arbeit mit großer Genauigkeit machen und trotz der relativ gleichförmigen Tätigkeit nicht fehleranfällig werden.

Informationen

Specialisterne Österreich
Specialisterne ist dänisch und bedeutet “die Spezialisten”. Specialisterne bringt Menschen aus dem Autismus Spektrum, die spezielle Fähigkeiten haben, mit Unternehmen zusammen, die diese Talente dringend benötigen. SpezialistInnen mit Autismus arbeiten bereits erfolgreich in den Bereichen IT (z.B. Programmierung & Software Testing), Qualitätssicherung oder Dateneingabe &-kontrolle. Das Ziel von Specialisterne weltweit ist es 1 Million Arbeitsplätze für Menschen aus dem Autismus Spektrum zu schaffen. Thorkil Sonne hat das Erfolgskonzept 2004 in Dänemark als Sozialunternehmen (im Besitz der „Specialist People Foundation“) gegründet. (Social Entrepreneurs oder Sozialunternehmer nutzen innovative Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme und agieren dabei unternehmerisch. Mehr auf www.ashoka.org.) Die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Autismus werden in den Fokus gerückt und zu einem Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt gemacht. Sonne ist mittlerweile als Fellow in das weltweite Netzwerk für soziale Entrepreneure von Ashoka aufgenommen. Seit 2011 gibt es Specialisterne auch als gemeinnützigen Verein in Österreich. Die österreichischen Stiftungen Essl und Hil Foundation unterstützen das Geschäftsmodell der Organisation. Großteils finanziert sich die Organisation bereits durch die selbst erwirtschafteten Erträge, künftig soll komplette finanzielle Unabhängigkeit erreicht werden. Aktuell erhält Specialisterne keine öffentlichen Gelder.

Specialisterne vermittelt die MitarbeiterInnen z.B. in Form von gemeinnütziger Arbeitskräfteüberlassung; Firmen können ihre qualitätskritischen Aufgaben aber auch an die SpezialistInnen auslagern. Dabei werden MitarbeiterInnen mit Autismus sowie die Unternehmen selbst gezielt begleitet um den bestmöglichen Arbeitseinsatz und volle Integration zu ermöglichen.

Anfängliche Berührungsängste sind spätestens nach dem Kick-off Workshop mit dem Team vergessen. Die Kommunikation wird klarer, Vorgesetzte lernen gut strukturierte Arbeitsanweisungen zu geben und der Innovationsgeist steigt aufgrund neuer Impulse und Sichtweisen. Eine professionelle Begleitung durch den Verein Specialisterne hilft Ängste der KandidatInnen mit Autismus abzubauen, aber auch den Unternehmen das versteckte Potential aufzuzeigen. Specialisterne ist Gewinner des CSR-Preises TRIGOS 2015 für Social Entrepreneurship und arbeitet bereits mit zahlreichen namhaften Unternehmen zusammen.

Vermittlungserfolge von Specialisterne
67% der in den Vermittlungspool aufgenommenen KandidatInnen konnten 2015 in eine langfristige Beschäftigung, Praktikum oder Arbeitstraining vermittelt werden.
36% befinden sich in unbefristeten voll sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen.
17% haben in Form eines bezahlten Praktikums (mind. 2 Monate) oder einer geringfügigen Beschäftigung erste Arbeitserfahrung sammeln können.
93% der vermittelten KandidatInnen haben ihre Praktika erfolgreich absolviert bzw. befinden sich weiterhin in Anstellung

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